Der QUO VADIS-Pilgerweg

Der Weg von der Innsbrucker Altstadt nach Maria Waldrast. Sie folgen den Spuren von Bischof Reinhold Stecher, der diese Wegstrecke unzählige Male alleine am frühen Morgen ging.

Quo vadis? Dieses gefügelte Wort bezieht sich laut Johannesevangelium auf die Frage von Simon Petrus: „Herr, wohin willst du gehen?“ Jesus antwortete ihm: „Wohin ich gehe, dorthin kannst du mir jetzt nicht folgen. Du wirst mir aber später folgen.“

Quo vadis wurde auch zum Motto für einen Pilgerweg von Innsbruck nach Maria Waldrast. Diese 21 km lange Route ist der unvergessene Innsbrucker Altbischof Reinhold Stecher (1921 bis 2013) oft gegangen, meist allein und in der Nacht. 

Sie führt vom Dom St. Jakob in der Innsbrucker Altstadt hinaus in die Natur, vorbei an Kirchen und kleinen Kulturschätzen am Weg, durch Wälder und Wiesen zur Ruetz und schließlich auf dem historischen Kapellenweg zum Fuß der Serles, die als der „Hochaltar Tirols“ gilt. Unterwegs kommt man sogar an einer vorchristlichen Kultstätte vorbei: 1976 entdeckte man beim Straßenbau unterhalb von Telfes eine kleine, mit Wasser gefüllte Höhle; Funde aus dem 5. bis 3. Jahrhundert v. Chr. deuten darauf hin, das es sich dabei um ein Quellheiligtum handelte.

Über weite Strecken wandert man auf Straßen, dazwischen aber auch auf Pfaden, die gutes Schuhwerk erfordern. Und Kondition, denn zur Streckenlänge kommt ein finaler 900-Höhenmeter-Aufstieg.

Die einzelnen Abschnitte:
Innsbruck – Natters: 5 km, 1:30 h, Aufstieg 200 m
Natters – Mutters – Mieders: 10,5 km, 3:00 h, Aufstieg 450 m, Abstieg 100 m
Mieders – Maria Waldrast: 6 km, 3:00 h, Aufstieg 750 m, Abstieg 50 m

Innsbruck – Natters: Am Platz vor dem Dom zu St. Jakob in der Innsbrucker Altstadt (577 m) findet man den ersten von 80 Wegweisern mit der Aufschrift „Pilgerweg“. Durch die Pfarrgasse kommt man zum Goldenen Dachl und links auf der Herzog-Friedrich-Straße zum Marktgraben/Burggraben (links befindet sich die Tourismus-Info). Jenseits weiter über die Maria-Theresia-Straße und vorbei an der Annasäule zur Triumphpforte (von dort gelangt man links in 10 Minuten zum Hauptbahnhof). Der Pilgerweg folgt geradeaus der Leopoldstraße bis zum Südring, der bei der Glockengießerei Grassmayr überquert wird. Nach gut 30 Minuten erreicht man die barocke Basilika und die Stiftskirche in Wilten (590 m).

Gegenüber der Basilika nach rechts und neben dem Friedhof zum nahen Bahnhof der Stubaitalbahn. Davor zweigt man links auf den Pater-Reinisch-Weg ab, der hinter einigen Häusern unter der Brennerstraße durchführt. Dann biegt man bei einer Kreuzung links auf den Hohlweg ab und wandert steil hinauf zum Sonnenburger Hof (700 m), wo man die Brennerstraße und die Stubaitalbahn überquert (Station, Bushaltestelle, kleiner Parkplatz).

Hinter dem Gebäude folgt der  Pilgerweg einer Forststraße in den Wald und zweigt dann links ab („Mutters – Natters (Fußweg)“ – man kann aber auch gleich links auf einem Abkürzungspfad ansteigen. Über einen steinigen Hohlweg und dem anschließenden Fahrweg gelangt man oberhalb der Brennerstraße in die Siedlung Sonnalm (bei allen Abzweigungen links bleiben). Weiter auf dem Prof.-Hermann-Wopfner-Weg zur Station Hölltal der Stubaitalbahn bei Natters (783 m). 1:30 h

Über Mutters nach Kreith: Nach der Überquerung der Ortszufahrt folgt man links dem ansteigenden Weinweg und wenig später der Tafel „Gewerbegebiet Lärchenweg“, bis links zwei Wanderwege abzweigen. Der Pilgerweg folgt der rechten, mit „Mutters“ beschilderten Route, die zu einem Bahnübergang führt. Danach neben den Schienen bis zur Ortszufahrt von Mutters (830 m, Supermarkt). Dort links über die Bahn, rechts auf dem Burgstallweg Richtung „Bauhof“ und neben der Haltestelle Burgstall vorbei. Die Schienen werden noch zweimal überquert, dann gelangt man rechts ins Ortszentrum und zum Bahnhof.

Der Pilgerweg folgt dagegen links dem Schotterweg, der in eine Asphaltstraße mündet. Beim Café Pichl trifft man auf eine Querstraße, die links aus dem Dorf hinausführt. Nun geht’s knapp 3 km auf Asphalt nach Süden – durch den Mühlbachgraben und den Weiler Raitis bis nach Kreith (991 m, Bahnstation). Die kleine Ortschaft liegt hoch über dem Wipptal am Fuß der Saile. 1:30 h

Über die Telfer Wiesen nach Mieders: An ihrem südlichen Rand zweigt man links auf einen Schotter-Fahrweg ab, der neben den Schienen in den Sagbachgraben hinab und hinter der (sehenswerten!) Trestleworkbrücke der Stubaitalbahn vorbei wieder über das Brandegg hinaufführt. Nach ca. 2 km erreicht man die wunderbar gelegenen Telfer Wiesen (900 m, Bahnstation).

Dort biegt man links Richtung „Gallhof – Gasthof Kirchbrücke“ ab und folgt dem Pilgerweg über das „Platzl“ zu einer Forststraße hinab. Geradeaus nach der Beschilderung „Kirchbrücke, Mieders“ zum Gallhof. Auf der Asphaltstraße weiter bergab und dann durch die Wiesen neben der Ruetz taleinwärts. In diesem Bereich sieht man rechts einen kleinen Schaukasten mit Kopien von Keramikfunden neben einem vergitterten Felsspalt, in dem sich das  vorchristliche Quellheiligtum verbirgt.

Beim Wegkreuz vor dem einsam gelegenen Wiesenhof (830 m) biegt man links Richtung „Wiesenhofbrücke Mieders“ ab, geht auf der Brücke über die Ruetz und auf einem Schotterweg in den Wald hinauf. Nach der Querung des Stollensteigs wandert man auf einer schmalen Asphaltstraße durchs Pflusental hinauf, unter der Brücke der Stubaitalstraße durch und auf der Kirchgasse zur Kirche von Mieders (953 m). Kurz weiter zur Dorfstraße und links zum Dorfplatz – dort steht am Brunnen eine Nachbildung der Muttergottes von Maria Waldrast. 1:30 h

Nach Maria Waldrast: Die letzte Wegetappe führt nun rechts durch die Schmelzgasse und dann links über die Bachleite bergwärts (Wegweiser „Zum Kapellenweg n. Maria Waldrast“). Bei der Abzweigung des Gleinserweges rechts bleiben, vorbei am am schön bemalten, denkmalgeschützten Bürgerhaus und geradeaus weiter zum Zirkenbach. Nach der Brücke links auf der Forststraße aufwärts und kurz danach rechts abzweigen („Kapellenweg Maria Waldrast“). Wieder ein paar Schritte weiter beginnt der Kapellenweg rechts bei der ersten seiner 15 Rosenkranzstationen. Er führt zu einer Forststraße, der man nach rechts über die Skipiste folgt. Im Wald zweigt der Kapellenweg wieder links ab und führt als steiler Hohlweg empor. Nach der II. Kapelle geht’s über einige Stufen hinauf, dann wird ein Forstweg überquert. Nach der Einmündung des Kaspar-Stauder-Weges kreuzt man eine weitere Forststraße. Oberhalb der IV. Kapelle leitet eine Holzbrücke über die Sommerrodelbahn, die man nun ein Stück weit bergauf begleitet. Nach der Unterquerung der Seilbahn herrscht ab der VI. Kapelle wieder Stille.

Vorbei am sagenumwobenen Marienstein, an dem der Sage nach die Gottesmutter gerastet hat, erreicht man die Kehre 2 einer Forststraße  (Rodelbahn). Auf dieser zur VII. Kapelle und weiter bergauf. Bei der Abzweigung zur Bergstation der Hochserlesbahnen bleibt man ebenso geradeaus wie bei allen folgenden Gabelungen. Nahe der XIV. Kapelle erreicht man einen bewaldeten Sattel (1.689 m) mit einem kleinen Biotop. Jenseits gelangt man in 10 Minuten zur Wallfahrtskirche Maria Waldrast (1.638 m) hinab. 3:00 h   

Für einen stimmungsvollen Ausklang der Pilgerwanderung empfiehlt sich die Rundtour auf dem 2,7 km langen, mit mehrern Stationen versehenen Schöpfungsweg. Er führt von Maria Waldrast zur Matreier Ochsenalm (1.558 m) und passiert eine Gedenkstätte für Reinhold Stecher. Dort steht das alte, renovierte Gipfelkreuz der Serles – das hätte dem Altbischof sicher gefallen. 1:00 h

Zur interaktiven Karte des QUO VADIS-Pilgerweges

Webseite

QUO VADIS
Tony Obergantschnig
Technikerstraße 7a
6020 Innsbruck

info@quovadis-tirol.com
Tel.: +43 660 49 22 812

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